Sitzgarnitur mit Tisch und Barcelona-Sesseln

Mies van der Rohe Ludwig 

Sitzgarnitur mit Tisch und Barcelona-Sesseln

Zum Künstler:            Aachen 1886-1969 Chicago

Gemarkt:                     erzeugt bei Thonet

Maße:                      H 82 cm, B 54 cm, T 79 cm

Material:                 Stahlrohr verchromt, Geflecht aus 

                                Spaltweide, unter dem Sitz Spannbügel. 

                                Freischwinger MR 1927 sog. Barcelona-Sessel.

Provenienz:             Wiener Kunsthandel

Preis auf Anfrage

Mies van der Rohe Ludwig (1886 - 1969)

*27.3.1886 in Aachen, +17.8.1969 in Chicago; eigentlich Maria Ludwig Michael Mies, war ein deutsch-amerikanischer Architekt. Mies van der Rohe gilt als einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Mit den Mitteln der technischen Zivilisation wollte er diese architektonisch ordnen und repräsentieren. Seine Baukunst gilt dem Ausdruck konstruktiver Logik und räumlicher Freiheit in klassischer Form. Dafür entwickelte er moderne Tragstrukturen aus Stahl, die eine hohe Variabilität der Nutzflächen und eine großflächige Verglasung der Fassaden ermöglichten. Dieses Konzept war so rational und universal, dass es auf viele zeitgenössische Architekten einen außerordentlich großen Einfluss ausübte (siehe auch International Style) und bis heute, den technischen Innovationen entsprechend, immer weiterentwickelt wurde. Das Verhältnis von Proportion, Detail und Material in seinem Werk sowie die einmaligen Raumschöpfungen der Jahre in Berlin hatten ebenfalls große Wirkung. Berühmt wurde er schließlich auch mit seinem Hinweis auf die Bedeutung des Wesentlichen, der seither sprichwörtlich ist: "Weniger ist mehr". Maria Ludwig Michael war der jüngste Sohn des Aachener Steinmetzmeisters Michael Mies, 1851-1927, und seiner Frau Amalie Rohe, 1843-1928. Er wuchs mit seinem Bruder und seinen beiden Schwestern in einfachen katholischen Verhältnissen auf, besuchte nach der Grundschule drei Jahre lang die Domschule in Aachen und bereitete sich von 1899-1901 an der Gewerbeschule Aachen, heutiger Name: Mies-van-der-Rohe-Schule, Berufskolleg für Technik der StädteRegion Aachen, und als Maurerlehrling bei einem Bauunternehmen auf das Berufsleben vor. Seine erste Anstellung bekam er anschließend als Zeichner für Stuckornamente. Seine Herkunft sowie der Sinn für Material und Handwerk wurden später in seiner Architektur evident. 1905 verließ Ludwig Mies Heimatstadt und Familie. Er lebte und arbeitete in Berlin und Den Haag. Im April 1913 heiratete er in Berlin seine Freundin Adele Auguste, genannt Ada, Bruhn, 1885-1951, Fabrikantentochter und Tänzerin. Vor und während des Ersten Weltkriegs bekam seine Frau Ada drei Töchter, darunter Georgia van der Rohe. Er selbst wurde im Herbst 1915 in die Armee einberufen und in verschiedene Baukompanien in Frankfurt am Main, Berlin und Osteuropa abkommandiert. An Kämpfen nahm er nicht teil, und Anfang 1919 kehrte er nach Berlin zurück. In den folgenden Jahren geriet seine Ehe in eine tiefgreifende Krise, und 1921 trennte sich das Paar in gegenseitigem Einvernehmen. Im folgenden Jahr erweiterte er seinen Nachnamen um die Herleitung "van der" und den Geburtsnamen seiner Mutter zu Mies van der Rohe.

Ende 1928 begann Mies van der Rohe mit dem Entwurf für Haus Tugendhat im tschechischen Brünn, das 1930 fertiggestellt wurde und ebenfalls als eines der Hauptwerke der modernen Architektur gilt. Im selben Jahr baute Mies van der Rohe in Krefeld Haus Lange und das benachbarte Haus Esters.

1930 nahm Mies van der Rohe die Berufung zum Direktor des Bauhauses in Dessau an und begann damit seine akademische Lehrtätigkeit. In seiner kurzen Zeit am Bauhaus sah sich Mies van der Rohe angesichts der politischen Verhältnisse zu immer weiteren Zugeständnissen gezwungen: Unter dem Druck der angedrohten Schließung wurde der Unterricht verschult, die Versuchsarbeit reduziert, Werkstätten zusammengelegt und der Vorkurs abgeschafft. Die Studienzeit verkürzte sich, doch die Studiengebühren stiegen, Studentenateliers blieben geschlossen und die GmbH wurde aufgelöst.

1932 hatten die Ausstellung "Modern Architecture: International exhibition" des Museum of Modern Art in New York und das begleitende Buch "The International Style" die moderne Architektur in Amerika weithin bekannt gemacht und allgemeines Interesse geweckt. Amerikanische Universitäten versuchten zunehmend, sich dieser Entwicklung anzuschließen, und so signalisierten 1936 gleich zwei Universitäten Interesse an Mies van der Rohe: An der Harvard University in Boston bewarb er sich daraufhin um einen Lehrstuhl für Entwerfen, am Armour Institute in Chicago um die Leitung der Architekturabteilung. 1938 siedelte Mies van der Rohe endgültig in die Vereinigten Staaten über, 1944 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Am Armour Institute nahm Mies van der Rohe seine akademische Lehrtätigkeit wieder auf. Er holte dafür auch zwei ehemalige Bauhauskollegen an seine Fakultät: Walter Peterhans aus New York, der die Seminare für visuelle Schulung aufbaute, und Ludwig Hilberseimer, der aus Deutschland emigrierte und den Bereich Städtebau übernahm. 

Schon 1947 wurde im Museum of Modern Art in New York eine Retrospektive der Arbeiten Mies van der Rohes gezeigt. 1951 baute er das weltberühmte Farnsworth House. Drei Jahre später erhielt Mies van der Rohe den Auftrag zur Planung seines ersten Bürohochhauses, des Seagram Building in New York von 1958. Es zählt ebenfalls zu seinen Meisterwerken.

Anfang der 1960er-Jahre bekam Mies van der Rohe vom Senat West-Berlins das Angebot für die Planung der Neuen Nationalgalerie im Kulturforum am Kemperplatz. Sie wurde nach seinen Entwürfen 1968 fertiggestellt.Mies van der Rohe starb 1969 in Chicago. Die politischen Verhältnisse im Deutschland der frühen 1930er Jahre machten es ihm nicht möglich, das Bauhaus zu retten. Weder Meyers politischer Konfrontationskurs, noch Mies van der Rohes Kurs der zeitweisen Anbiederung an nationalsozialistische Vorgaben konnte die Schule retten. Letztlich blieb Mies van der Rohe seiner Ästhetik treu. Nach politischen Vorgaben zu bauen, war mit seiner Vorstellung von Architektur nicht vereinbar.

Zum Gedenken wurden in seiner Heimatstadt Aachen die technische Gewerbeschule, die er selbst 1899 bis 1901 besuchte, und eine Straße im Bereich der Technischen Hochschule nach ihm benannt.