Faksimile-Der Moderne 1, 6 Stück

Schiele Egon

Faksimile-Der Moderne 1, Auflage-Nummer 523 u. 526

Zum Künstler:       Tulln 1890 - 1918 Wien

Gemarkt:                 signiert 

Maße:                       H  69 cm, B  49 cm, Originalformat

Material:                 Farb-Lithografien auf Papier, 1985

Provenienz:            österreichischer Privatbesitz

Preis auf Anfrage 


Schiele Egon (1890 - 1918)

Egon Schiele (1890-1918) ist einer der bedeutendsten Maler und Grafiker des österreichischen Expressionismus. Schiele verstarb mit nur 28 Jahren an der Spanischen Grippe. In den knapp zehn Jahren seines künstlerischen Schaffens malte er knapp 330 Ölgemälde und erarbeitete sich mehrere Tausend Zeichnungen.

Der in Tulln als Sohn eines Eisenbahners geborene, frühreife Künstler studierte zwischen 1906 und 1909 an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Klasse von Christian Griepenkerl, mit dem bereits vor ihm Richard Gerstl seine Schwierigkeiten hatte. Der stockkonservative Lehrer vertrat weder künstlerische Ziele, die der junge Schiele akzeptieren konnte, noch verfügte er über moderne Lehrmethoden. Daher brach Egon Schiele sein Studium nach dem dritten Jahr 1908 ab und wandte sich seiner Ausstellungstätigkeit zu.

Bereits an der Akademie hatte Egon Schiele gemeinsam mit Anton Faistauer und weiteren Komilitonen wie Sebastian Isepp die Neukunstgruppe gegründet, um sich selbst zu organisieren und internationale Ausstellungsbeteiligungen zu erhalten. Egon Schiele schrieb ein Manifest, das 1914 in der "Aktion" veröffentlicht wurde. Darin hielt er die unbedingte Modernität als wesentliches Charakteristikum ihres Kunstwollens fest. 

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg gelang es Schiele, bereits internationale Kontakte aufzubauen und beispielsweise 1912 im Folkwangmuseum in Hagen gemeinsam mit Wilhelm Lehmbruck auszustellen. In diesen Jahren prägte er seinen typischen Stil, für den er dunkle Erdtöne mit wenigen leichtenden Primärfarben kombinierte. Die wichtigsten Themen sind Eros und Körperlichkeit, Tod und Leben, die Liebe, wofür er von Arbeiten Gustav Klimts und Ferdinand Hodlers ausging. In Klimt fand Schiele einen wichtigen Förderer, der sogar seine Zeichnungen erwarb und ihn an die eigenen Mäzene weiterempfahl. Einzigartig sind Schieles ab 1910 entstehende Aktdarstellungen - meist intime Zeichnungen. Hier erforschte er die Ausdrucksmöglichkeiten des Körpers, von gesuchten Posen, Grimassen und Nacktheit.

Den Ersten Weltkrieg verlebte Egon Schiele nach einer kurzen Phase der Grundausbildung in Prag in Niederösterreich und Wien. Kurz vor dem Einrücken 1915 hatte er sich von seiner Freundin Wally getrennt und die bürgerliche Edith geheiratet. Seine schöne Handschrift und wohl auch ein Kontakt - so weiß man - haben ihn vor dem Fronteinsatz bewahrt (ganz im Gegensatz zu Oskar Kokoschka). Als Lagerwärter und Schreiber von Lagerlisten konnte Schiele während der Kriegsjahre seine Karriere weiterverfolgen.

Eine Höhepunkt in Schieles Ausstellungstätigkeit stellt seine Organsation der 49. Ausstellung der Wiener Secession 1918 dar. Er gestaltete dafür das Plakat und präsentierte seine Gemälde im Zentrum der Gruppenausstellung. Auf dem Plakat zum Thema "Die Tafelrunde" versammelt er an einem L-fömigen Tisch seine Mitstreiter. Der Platz von Gustav Klimt im Bildvordergrund bleibt leer. Um ihre Verbundenheit zu symbolisieren, formte Schiele die Kunstschaffenden als anonyme Mönche (mit Tonsur), wobei ihm der Ehrenplatz am Kopf der Tafel zustand. Wenn auch die Figuren höchst abstrahiert gezeigt werden, waren Schieles Kollegen ob seiner Dominanz nicht sehr erfreut.

Auf der Ausstellung konnte Egon Schiele sein reifes Werk präsentieren, das einen gänzlich anderen Maler zeigt als die Frühwerke. Mit der Präsentation gelang ihm der gesellschaftliche Durchbruch in Wien. So stellte er dem Publikum folgende Werke vor: "Bildnis Edith Schiele" (1918, Belvedere), "Bildnis Viktor Ritter von Bauer" (1918, Belvedere), "Tod und Mädchen" (1915, Leihgabe der Münchner Sezession, heute Belvedere), "Mutter mit zwei Kindern III" (1915-1917, Belvedere), "Die Familie" (1918, Belvedere), "Liegende Frau" (1917, Leopold Museum). 

Als Egon Schiele und seine Ehefrau Edith Ende Oktober 1918 an der Spanischen Grippe erkrankten, versuchte die wohlhabende Malerin Broncia Koller-Pinell dem Maler noch vergeblich mit Lebensmittellieferungen zu helfen. Als er am 31. Oktober 1918 in Wien verstarb, galt er bereits als der legitime Nachfolger von Gustav Klimt, der am 6. Februar des gleichen Jahres verstorben war. Vier Tage vor ihm war die im sechsten Monat schwangere Edith an der gleichen Krankheit verschieden.

Quelle: ARTinWORDS GmbH