Egbert Lievensz. van der Poel

12.10.1654

Der 12. Oktober 1654 war ein Wendepunkt in Egbert van der Poels Leben, der sich auch tiefgreifend auf seine Arbeit als Maler auswirkte. An diesem Tag starben über 100 Menschen, als Delfts Schießpulverladen explodierte. Tausende wurden verletzt und van der Poels Tochter war unter den Toten. Bis dahin war der Künstler vor allem für seine Darstellungen von rustikalen Innenräumen, Gehöften und Winterlandschaften bekannt, wurde aber nach dem Unfall zum bildlichen Chronisten der Katastrophe.

Van der Poel zog nach Rotterdam, wo er verschiedene Szenen erfundener Katastrophen malte. In den letzten Jahren seines Lebens malte er hauptsächlich nachts Feuer, wie das vorliegende Werk, in dem wir die Plünderung eines Dorfes im Licht ein brennendes Dorf sehen. Er verwendet feine, aber ausdrucksstarke Waschungen in Gelb, Orange, Rot und Braun, um die lodernden Flammen darzustellen, die den Nachthimmel erhellen und die Plünderungsszene in einem unheimlichen Schein baden. Man kann fast die Hitze der Flammen spüren, die über den Plünderern, Dorfbewohnern und Rindern auftauchen.